Ein Auszug aus dem Roman „Ein Winter in Hrastovo”

 

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Der Speisesaal war ein geräumiger Raum. Die Tische für vier Personen waren mit weißen Tischdecken bedeckt, auf denen das Geschirr aus feinem Porzellan lag. Im  Kamin brannte Feuer  und es schluckte ein paar große Hölzer. Ika mochte  das Feuer im echten Kamin, in den man das echte Holz stellen muss, in dem das Feuer knacket und eine Vielzahl von flammenden Schatten bildet, und am Ende die brennende Hitze, die lange dauert. Sie mochte keine elektrischen Kamine. Ihre Hitze könnte den Körper aufheizen, aber sie hatte keinen Zugang zur Menschenseele.  Ein riesiger Zitronenbaum genoss neben dem Fenster.

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Einige Gäste waren bereits im Raum. Ika wählte einen Tisch neben dem Fenster, aus dem sie in verspielte Farben der Umgebung absinken konnte, aber sie konnte sehen, was in der Halle passiert.

Hinter gesenkten Wimpern beobachtete sie die Anwesenden. Unmittelbar neben der Tür war eine vier Personen-Familie; ein sanfter,  magerer Mann, der hilflos durch seine Brille blickte, die ständig von seiner Nase fiel.  Mit ihm war seine Ehefrau,  eine gewaltige,  große Frau, die schien, als würde es ihr egal sein, wo sie jetzt ist, und zwei Kinder von sieben oder acht Jahren, die ständig schrien, und die Hand ihrer Mutter zogen. Ihre Mutter hätte sie gewarnt zu schweigen, aber es war ihr egal, ob die Kinder wirklich zuhören. Allerdings hatte sie keine Autorität über ihre Kinder, aber darum hatte  sie die Autorität über ihren Mann, weshalb sie sich immer beschwerte und etwas befahl.

Jetzt war Ika froh, weit von dieser lauten Familie zu sitzen und sie hoffte, dass ihr Zimmer nicht in der Nähe der lauten Familie ist. Zwei Tische  weit saß eine graue alte Dame, die ihr freundlich nickte, als sie  Ikas Blick umfasste. Ika erwiderte mit einer Kopfbewegung und blickte sofort weg. Sie hatte nicht vor, Bekanntschaften zu schließen, sie wollte allein sein, lesen, laufen, Skifahren und an nichts denken.

Das junge Paar, welches sich Hand in Hand hielt, saß  hinter der alten Dame. Die Finger und Augen wurden gesucht, und es war klar, dass diese Verbindung frisch und unerforscht war.

Dann spürte sie einen Blick auf sich. Sie drehte leicht ihren Kopf und bemerkte, dass jemand sie genau beobachtet. Der Herr in einem makellosen, grauen Anzug mit blauen Augen und einem kurzen,  hellbraunen Haar sah sie interessiert an.

Er hatte ein Gesicht, welches Ika intellektuell in sich selbst nannte; ein schmales, raffiniertes Gesicht  mit einer   ironischen Falte im Mundwinkel, wo er eine erloschene Pfeife hatte.

 Er lächelte mild, aber Ika drehte nur den Kopf und dachte, dass  das Lächeln kein Gruß ist.

Egon, so hieß der Mann, lächelte deswegen  noch breiter. Obwohl er von seinem Beruf – Architektur – lebte, galt er als Schriftsteller.

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